Liebe Evelin, schön, dass du dir für dieses Interview Zeit nimmst. Wir möchten immer wieder Teammitglieder vorstellen und so vor den Vorhang holen. Wir freuen uns, dass du heute hier bist!

Wie bist du zu E+H gekommen?

Das war 2018, gegen Ende meiner Gerichtspraxis. Ich war damals auf der jussuccess und auf der Recruiters Night. Das Gespräch mit Dr. Thalhammer war das sympathischste von allen, da hat einfach alles zusammengepasst und nach kurzer Zeit war der Start im Corporate / Real Estate Bereich klar.

Soweit ein klassischer Berufseinstieg, wenn man möchte, was kam dann?

Die Zeit verging wie im Flug. Und dann gab es sozusagen eine Planänderung – im April 2020 kam mein Sohn zur Welt 😊 Direkt im Anschluss an die Karenz ging ich auf Prüfungsurlaub und absolvierte die Rechtsanwaltsprüfung… mit Auszeichnung – ich bin sehr froh, dass das so gut geklappt hat.

Na, mit Recht! Neben einem kleinen Wirbelwind zu lernen, ist nicht leicht. Seit Sommer 21 bist du in Elternteilzeit retour – wie funktioniert das konkret in deinem Team?

Tatsächlich gut. Außerordentlich gut. Ich habe wirklich coole Projekte – das funktioniert mit diesem Team einfach super. Natürlich musste sich das einspielen. Von beiden Seiten. Denn auch ich musste mich zunächst mal an einen neuen Arbeitsrhythmus gewöhnen. Wir kommunizieren mehr, stimmen uns noch enger ab, arbeiten im Team wirklich gut zusammen. Gerade bei großen, zeitkritischen Projekten ist diese Zusammenarbeit essentiell. Andere Projekte mache ich alleine und bin hier auch unabhängiger unterwegs. Das hält sich gut die Waage. Ganz generell fühle ich mich super abgeholt und nutze gleich diese Gelegenheit hier, um meinen Partnern und dem gesamten Team ein großes Dankeschön zu sagen! Es ist ein gutes Geben und Nehmen entwickelt – jeder freut sich über Unterstützung und wenn Arbeit mehr verteilt werden kann, gleichzeitig unterstützen sie mich und halten mir den Rücken frei, wenn’s mal später wird oder eben extrem zeitkritisch ist.

Was hat sich, seit dem du Mutter geworden bist, beruflich für dich verändert – wo agierst du vielleicht anders als davor?

Was sich verändert hat? Mein Chef ist nicht mehr jene Person, die ich am häufigsten sehe, sondern mein kleiner Mann zu Hause. (lacht) Also in meinem Fall hat die Mutterschaft gemeinsam mit der RAP beruflich schon wirklich viel verändert! Durch die RAP tue ich mir bei Mandantenanfragen tatsächlich leichter, ich bin offener und selbstbewusster geworden. Generell bin ich wohl gelassener in Stresssituationen. Dabei hilft natürlich auch die Erfahrung sehr, da ich einfach wesentlich schneller bin, als in den Anfangsjahren. Ich bin effizienter geworden und Prioritäten setzen ist noch wichtiger geworden. „Kind vom Kindergarten abholen“ – das ist meine Frist und gibt mir einen engen Takt vor und steigert so meine Effizienz sicher maßgeblich 😊. 

Das Schöne ist, ich gehe wirklich gerne in die Arbeit, weil’s genau meins ist. Die Herausforderung, der Anspruch an die Qualität und die super spannenden Mandate mit genau der richtigen Mischung aus Real Estate und Corporate – das ist das eine. Das andere ist, dass ich mich super wohl meinem Team fühle, weil das Arbeitsklima einfach genau das richtige für mich ist und das ist mir wahnsinnig wichtig.

Wir haben ja eine Homeoffice-Möglichkeit ausgerollt. Nutzt du auch das Homeoffice?

Na klar! Grundsätzlich bin ich schon der Typ, der gerne im Office ist. Gleichzeitig ist ein flexibleres Arbeiten ein echter Gewinn!

Was liegt gerade auf deinem Tisch? An welchen Projekten arbeitest du?

Jede Menge: Eine Kooperationsvereinbarung für ein großes Projekt, ein Generalplaner- und ein Generalunternehmer-Vertrag. In letzter Zeit habe ich an diversen Due Diligences mitgewirkt – einmal auf Käuferseite bei einem Unternehmenskauf und einmal bei einem Hotelverkauf. Also sehr abwechslungsreich.

Wie war die RAP? Welche Tipps hast du – für die RAP und ganz generell für Studierende?

Die RAP erscheint als Riesenbrocken, der nicht zu bewältigen ist. Es ist aber nicht so schlimm. Denn es ist auch eine interessante Lebenserfahrung, die ich zwar nicht wiederholen möchte, gleichzeitig ist es aber schon eine ganz besondere Zeit, da man sich sehr intensiv mit der Juristerei beschäftigt – auch mit Themen, mit denen man sonst im Job so gar nichts zu tun hat. Ich habe das als sehr spannend empfunden. Und ja: die Wahl der Prüfungspartnerin ist sehr wichtig – da sollte man durchaus Zeit investieren. Den Tag der RAP werde ich wohl noch ganz lange nicht vergessen – das war ein super Gefühl. Ich bin heute noch jeden Tag dankbar für die viele Unterstützung in dieser ganzen Zeit! Egal, ob mit Kind oder ohne – in dieser harten Zeit ist die Unterstützung durch deine persönliche Umgebung unfassbar wichtig – mit Kind wohl noch ein bisschen wichtiger. Auch E+H war supportive. Einerseits durch die vielen Infos von Kolleginnen und Kollegen zu den Prüfern, zum anderen aber auch, da das mit dem Prüfungsurlaub nach der Karenz absolut friktionsfrei funktioniert hat. Man hat mir hier keine Steine in den Weg gelegt, sondern eher welche aus dem Weg geräumt – nach wie vor finde ich das absolut nicht selbstverständlich.

Mein Tipp ist: Lernen lernen! Genauso wichtig wie die Inhalte selbst, ist zu wissen, wie man sich diese aneignet. Welcher Lerntyp bin ich? Wie merke ich mir Dinge am besten? In welcher Umgebung, in welchem Rhythmus lerne ich am besten? Beschäftigt euch eingehend damit, schon am besten während des Studiums, im Job, im Homeoffice – dieses Wissen ist überall anwendbar!

Wie bist du eigentlich zum Jusstudium gekommen?

Bereits während der Zeit im Gymnasium im Stift Melk habe ich ein Ferialpraktikum in einer kleinen Kanzlei gemacht und das war tatsächlich ausschlaggebend dafür, dass ich Jus gemacht habe. Ich war immer wieder in den Ferien dort, durfte zu Verhandlungen mitgehen und hatte wohl Feuer gefangen. Nach der Matura bin ich dann ans Juridicum in Wien gegangen.

Wie hast du damals dein Studium angelegt, was war dir wichtig?

Naja, ich habe immer schon gerne Neues dazugelernt und mit Jus eben auch genau meine Richtung entdeckt. Durch das High Potential Program am Juridicum konnte ich in unterschiedliche Kanzleien hineinschnuppern und habe während des Studiums einige Praktika gemacht. Außerdem war ich gleich zwei Mal in Finnland – einmal durch das Auslandssemester und später dann als WKO-Praktikantin – echt eine Empfehlung!

Danke, liebe Evelin, für das Gespräch.